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11. Großglocknerlauf 2010 |
| 23.07.2010 von: Christian Wagerer |
Nachdem meine Achillessehnenprobleme nun wieder der Vergangenheit angehören, konnte ich nach 8 langen Wochen wieder einen Wettkampf bestreiten. Dazu hatte ich mir gleich mal den Großglockner-Berglauf ausgesucht der mit 1494 Höhenmeter auf 13 Kilometer nicht gerade ein Spaziergang werden sollte.
Aufgrund des großen Starterfeldes (ca. 900) hatte sich der Veranstalter entschieden, in 3 Startblöcken zu starten – die ersten 200 Eliteläufer u.a. mit 5 Kenianer, Jonathen Wyatt, Alois Redl u.v.a. starteten 10 Min. vor der 2. Gruppe in der ich mich befand. Dies hatte den Vorteil, dass ich den Start der Spitzenläufer mitverfolgen konnte. Nachdem die ersten 1,5 km relativ flach bis ans Talende führten, legten die auf Teufel komm raus ein Tempo vor, dass ich mir gedacht habe ob die eigentlich wissen was ihnen noch bevorsteht.
Nun gut, selbst in meinem Block wurde ein 4 Min. Tempo angeschlagen – ich „begnügte“ mich mit 4:22 und war trotzdem verwundert, dass ich im letzten Drittel die erste Steigung in Angriff nahm. Ich hatte eine Zeit von unter 2 Stunden vor und dies bedeutete, dass ich im Schnitt max. 9 Min. pro Kilometer brauchen dürfte. Bis zur 1. Verpflegungsstelle nach 4 km und in einer Höhe von 1646 m hatte ich noch beruhigenden Vorsprung gegenüber meiner Sollzeit. Nach eher gemütlichen 1 km Almwiesen-Lauf wartete der nächste deftige Anstieg, der mich nach ca. 6 km auf bereits 1874 m Seehöhe zur 2. Labestelle brachte. Selbst hier hatte ich noch ein Zeit-Guthaben und ließ mich auf meine geplante Endzeit hoffen. Der 3. Teilabschnitt über 2,6 km bis zur 3. Versorgungsstelle in 2005 m war mit einem weiteren extrem steilen Abschnitt nicht mehr so lustig. Bei ca. 9 km hatte ich nicht nur mein Zeit-Guthaben verbraucht, sondern rutschte erstmal mit 2 Minuten Rückstand ins Minus. Noch war keine Besorgnis angesagt. Das 4. Teilstück, in dem ich das erste Mal das Ziel sehen und den Sprecher hören konnte, war an und für sich nicht so schwierig, waren hier „nur“ 2,9 km mit 251 Höhenmeter zu bewältigen. Allerdings die karge Landschaft, die äußerst kühle Temperatur (+ 5°), der böige Wind und die unwegsame Streckenführung, durchwegs nur mehr über Schotter, Steine und Felsplatten, sowie meine ausgelaugten Kräfte, raubten mir meine bis dahin vorhandene Motivation. Ich weiß gar nicht mehr wie lange ich bis zur 4. und letzten Verpflegungsstelle gebraucht habe, ich war nur froh diese in 2120 m erreicht zu haben. Denn erst jetzt kam der absolute Horrortrip, 930 m lang und 250 m Höhenmeter, durchwegs nur mehr als „Treppenlauf“, gaben mir den letzten Rest. Nur mit dem letzten Willen und getragen von den Anfeuerungsrufen der beachtlichen Zuschauermenge schleppte ich mich mit zittrigen Beinen nach 2:22:38 auf der Kaiser Franz Josefs Höhe in 2370 m Seehöhe über die Ziellinie.
Einerseits enttäuscht, andererseits froh, gesund und wohlbehalten im Ziel zu sein, konnte ich nicht einmal den Blick auf den Großglockner genießen, denn der war vom Nebel verhangen. Ansonsten war mein Gesamteindruck von dieser hervorragend organisierten Veranstaltung durchaus positiv. Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass hier wirklich alles gepasst hat. Ein Lob an den Veranstalter – aber ob ich nächstes Jahr trotzdem wieder komme, ist eine andere Geschichte.
Unter anderem habe ich folgende bekannte Gesichter gesehen:
Redl Alois Zeit: 1:20:06 Rang: 16 M35 4.
Klein Jürgen Zeit: 1:32:54 Rang: 74 M30 17.
Stieglechner Andreas Zeit: 1:35.45 Rang: 96 M20 27.
Pfeiffer Daniel Zeit: 1:38:32 Rang: 125 M20 31.
Schuh Herbert Zeit: 1:52:15 Rang: 357 M50 29.
Breinessl Harald Zeit: 2:02:12 Rang: 541 M45 94.
Brei Robert Zeit: 2:04:27 Rang: 571 M45 100.
Limberger Veronika: Zeit: 1:46:34 Rang: 235 W20 5.
Ergebnisliste: www.pentek-timing.at